Spontandemonstration in Barsinghausen

Pressemitteilung des Antifaschistischen Infoportals Weser / Deister / Leine

Am Mittwoch, den 09. November 2011, demonstrierten spontan rund 40 linke AktivistInnen in der Barsinghäuser Innenstadt.
Anlass dieser spontanen Aktion war, dass am vorangegangenen Freitag, den 04. November, mehrere Jugendliche der in Barsinghausen aktiven rechtsradikalen Szene den linksalternativen Jugendtreff „Falkenkeller“ überfallen und versucht haben, die Gäste anzugreifen, was nur dank entschlossener Gegenwehr der Angegriffenen verhindert werden konnte.
Dies ist nur der momentane Höhepunkt der Agitationen einer sich radikalisierenden Szene von jungen Neonazis in Barsinghausen.

Die Demonstration bewegte sich entschlossen und lautstark vom Bahnhof über den Deisterplatz, die Bahnhofstraße entlang, über die Marktstraße, entlang der Kirchstraße, vorbei am Falkenkeller (wo – entgegen der Pressemitteilung der Polizei – kein Streifenwagen vor Ort war), zur Altenhoffstraße, wieder zurück in die Marktstraße und über Breitestraße wie Poststraße zurück zum Bahnhof.
Während der Route wurden die AnwohnerInnen lautstark über den Grund des Erscheinens in Kenntnis gesetzt.

Der Anlass der Demo sowie die herrschenden Zustände in Barsinghausen sind Grund genug für uns, in der Kleinstadt aktiv zu werden.
Die rechte Szene in Barsinghausen hat sich im Laufe der letzten 12 Monate stark radikalisiert und gefestigt. Sie pflegen Kontakte zu Schaumburger Neonazis und einer der Wortführer der Gruppe ist Mitglied in der Kameradschaft „Besseres Hannover“. Diese Tatsachen widersprechen der Einschätzung des Staatsschutzes, dass es sich dabei um „eine nicht gefestigte Gruppe von Jugendlichen“ handle.

Peinlich zu vermerken sei anbei, dass die Beamten vor Ort trotz der Tatsache, dass sie die Demo rund eine halbe Stunde mit ihrem Streifenwagen in einem Abstand von kaum 5 Metern verfolgten, davon ausgingen, dass es sich dabei um einen Aufmarsch von Rechtsradikalen handle. Da stellt sich einem doch die Frage, ob die Polizeikräfte vor Ort trotz des aktuellen Naziproblems nicht die einfachsten rechten bzw. linken Parolen am Wortlaut erkennen.

Klarzustellen ist:
Nazistrukturen gilt es im Kern zu erkennen, ernstzunehmen und zu bekämpfen.
Ein Herunterspielen der aktuellen Lage, wie es der Staatsschutz seit Jahren erfolgreich bundesweit tut, stärkt die „losen Zusammenhänge rechter Jugendlicher“ nur und vergrößert das Problem, welches man hat, wenn man die Augen nichtmehr verschließen kann.

In Barsinghausen tut antifaschistische Arbeit dringend Not und wird ab jetzt auch erfolgen.

Wo Nazis ihre menschenverachtende Ideologie praktizieren und verbreiten ist antifaschistischer Selbstschutz gefragt.
Heute ist nicht alle Tage – Wir kommen wieder, keine Frage!

Antifa Infoportal Weser / Deister / Leine , November 2011