Deutscher Einheitsbrei vs. 71 Jahre Pogromgedenken

Am 9. November 2009 jährte sich zum 71. Mal die Reichspogromnacht.
Während in Deutschland die Fahnen gehisst werden, um den Mauerfall und die sogenannte „Wiedervereinigung“ zu zelebrieren, machten sich AktivistInnen des Antifaschistischen Infoportals Weser / Deister / Leine daran, den jüdischen Opfern des am 9.11.1938 in brutalster und barbarischster Art und Weise ausgelebten Antisemitismus zu gedenken.

Nachmittags legten AntifaschistInnen der Antifa [rk] Wunstorf in Wunstorf am jüdischen Mahnmal einen Kranz nieder und verteilten Flyer an die Menschen in der Wunstorfer Fußgängerzone.

Viele Leute nahmen die Flugblätter an und waren völlig unwissend über das brisante Datum und die Ausmaße der Pogrome.
Erschütterung und Trauer waren die häufigsten Reaktionen. Auch Verständnisslosigkeit über die Art und Weise, wie dieser Tag in der deutschen Gesellschaft verdrängt wird, war in vielen erschütterten Aussagen der Passanten nicht zu übersehen.

Am Abend des 9.11. versammelten sich die AktivistInnen des Antifa Infoportals WDL dann in Obernkirchen, um an einer Gedenkkundgebung teilzunehmen. In dem kleinen Ort war damals eine Synagoge abgebrannt worden und viele jüdische Menschen wurden wie in ganz Deutschland verschleppt und getötet.
Ca. 80 Menschen trafen sich an dem Ort, wo die Synagoge stand, wo jetzt eine Gedenkstätte erbaut worden ist.
Eine Stunde lang wurde der Trauer und der Wut über dieses Ereigniss Ausdruck verliehen.

Trotz des schlechten Wetters verließ niemand vor Ende der Veranstaltung den Ort des Geschehens. Am Ende wurden von den AntifaschistInnen noch Flugblätter verteilt und das Gespräch mit den erschütterten Leuten gesucht.

Antifaschistisches Infoportal Weser / Deister / Leine, November 2009